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Donnerstag, 1. Oktober 2015

Wiedereinstieg in die magische Praxis mit Anleitungsbüchern

Seit Jahren steht bei mir das magische Arbeitsbuch "Die 12 wilden Schwäne" von Starhawk und Hilary Valentine im Schrank. Ausgesucht hatte ich es mir deshalb, weil Starhawk Psychologin ist und mir die Aufteilung des Buches sehr zugesagt hatte. Also nicht nur Eso-Geschwoingsel, sondern auch mit psychologischem Basiswissen angereichert. Von daher sind die Schwäne wohl mein erster Versuch einer gezielten Persönlichkeitsentwicklung, um damit meine Depressionen und Angststörungen zu bekämpfen. Vermutlich wird diese Sinnsuche mit einer Verbindung aus Psychologie, Spiritualität und magischen Praktiken inzwischen als pathworking bezeichnet.

Obwohl ich mit dem Buch schon angefangen hatte und ich das Konzept auch mochte, habe ich immer wieder abgebrochen. Vermutlich unter anderem deshalb, weil es in der Göttinnen-Tradition und Reclaiming-Tradition verwurzelt ist - und damals war ich gerade drauf und dran, mich von dieser vorrangig auf Göttin und Frau* zentrierten Spiritualität zu trennen. Zu diesem Zeitpunkt las ich dann mit großem Interesse Bücher von Jan Fries (z.B. Visuelle Magie) und empfand es mal als Abwechslung, mich einfach auf das Erlernen magischer Freistils konzentrieren zu können, ohne ständig (80er-)Feminismus, Hexen, Göttinnen und binäre Geschlechtskategorien bzw. Heteronormativität aufgenötigt zu bekommen. Und als Aufhänger für das Pathworking dient Starhawk eben das Märchen von den 12 wilden Schwänen, deren Protagonistin nicht wirklich aus dem geschlechtsbinären/heteronormativen System ausbricht und im Laufe der Handlung Mutter wird - das Buch will also für alle Frauen* sein, klammert durch die Auswahl der Geschichte aber schon wieder aus.

Auch begann das Buch gleich mal mit Übungen zu Schutzkreisen und Ahn*innen, beides Themen, mit denen ich gerade so meine Probleme hatte (und momentan auch noch habe). Die Ritualvorschläge orientierten sich meiner Erinnerung auch noch eher an einer Tradition, die ich eher verlassen wollte - mich zog es schon zu diesem Zeitpunkt mehr Richtung nordische Tradition/Asatru, aber ich hatte mir da noch nicht wirklich etwas neues erarbeitet.

Allerdings wusste ich, dass in den Schwänen in den späteren Kapiteln noch die Rede von Homosexuellen und Two-Spirits sein würde, was für mich im Zusammenhang mit Neopaganismus und Hexenkunst total neu war. Dies war wohl der Hauptgrund, warum ich das Buch dann nie weggegeben habe, weil ich mich mit dieser Möglichkeit einer queeren Spiritualität auseinandersetzen wollte. Und dann kam zuerst eine Magistra-Arbeit und danach eine Dissertation dazwischen... gefolgt von einer fast zweijährigen depressiven Phase bzw. erneuter Verschlimmerung meiner Angststörungen.

Jetzt habe ich das Buch und meine alten Notizen wieder hervorgekramt und will mich nochmal damit auseinandersetzen, welche meiner früheren magischen/heidnischen Praxen ich loslassen will und was vielleicht neues und bereicherndes hinzukommen könnte. Neben dem besagten Buch von Starhawk habe ich noch etliche Bücher von Jan Fries, die sich z.T. auch mit nordischem/germanischem Neuheidentum beschäftigen (Seidwärts), und auch eines von GardenStone zum Thema Asatru, das ich in Teilen ganz brauchbar fand. Zudem hatte ich noch Runenbücher im Schrank stehen: Helrunar (Jan Fries), Uthark (Thomas Karlsson), Kleines Runenhandbuch (Ulrike Engelhardt). Besonders letzteres hat mich ermutigt, einen eigenen Zugang zu Runen durch Trancereisen etc. zu finden.
Ganz neu hinzugekommen sind Autor*innen, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte und die sich mit Asatru bzw. germanischem Neuheidentum auseinandersetzen: Zunächst mal Katie Gerrard mit ihren Büchern Seidr - The Gate is open und Odin's Gateways (letzteres über Runen). Ich hatte mir die Bücher zunächst als Leseprobe heruntergeladen und habe dann gemerkt, dass die Beschreibungen der Autorin mich sofort ansprachen. Verblüffenderweise auch ihre Ritualbeschreibungen - normalerweise nerven mich die an okkulten Büchern immer am schnellsten, vor allem irgendwelche salbungsvollen Anrufungen etc.
Dann bin ich vor kurzem noch über Raven Kaldera gestolpert, der nicht unumstritten ist - allerdings bislang die einzige offene Trans*-Person (FtM) im magisch/heidnischen Bereich, die ich kenne, weshalb mich die Bücher und seine Sichtweise einfach interessieren. Bislang konnte ich Wyrdwalkers, Dark Moon Rising und Hermaphrodeities ergattern.

Leseproben von Diane Paxson habe ich auch noch heruntergeladen: Taking up the runes sowie Trance-Portation. Ich bin schon sehr darauf gespannt den Zugang der Autor*innen kennenzulernen, miteinander zu vergleichen und hoffe, genug Anregendes zu finden, um mich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch damit auseinanderzusetzen.






Montag, 27. April 2015

Stimmungsvolle Mucke für den eiskalten Frühling

Momentan höre ich total gerne das neue Album von Satyricon, Live at the Opera. Das kommt zwar erst in ein paar Tagen heraus, aber ich konnte neulich auf dem Konzert schon ein Exemplar der Limited Edition (mit DVD) ergattern. Ich mag die Idee statt eines Orchesters Chorgesang in die Songs zu integrieren. Und bei regnerischem Wetter (leider ist der Frühling ja gerade etwas kalt) liebe ich so stimmungsvolle Musik.




Und stimmungsvoll geht es auch gleich weiter: Enslaved haben auch ein neues Album, In Times, das sehr gut zu meiner momentanen Stimmung passt. Außerdem kommen in den Lyrics genau die Runen vor, mit denen ich mich aktuell beschäftige/beschäftigen möchte: Uruz, Thurisaz, Nauthir und Dagaz. Besonders verliebt bin ich in diesen Song: Building with Fire vom aktuellen Album.




Generell möchte ich verstärkt wieder mit Runen und Trancereisen anfangen. Ich hoffe am Wochenende wieder mehr Ruhe dafür zu haben. Momentan meditiere ich regelmäßig - ich hoffe also, auch nach der langen Pause wieder einigermaßen gut in Trancezustände finden zu können. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

Freitag, 6. März 2015

Trancereise zu Uruz

Meine Trancereise begann sofort sehr wild mit dem Ritt auf einem gehörnten Bison. Einige Momente später war ich mir nicht mehr wirklich sicher, ob ich wirklich reite – es fühlte sich so an, als ob ich in dem Tier aufgegangen wäre.

Ich bemerkte, dass das Tier/Ich nicht allein war, sondern in einer riesengroßen Gruppe – in der Bewegung fast wie eine Woge, eine Urgewalt. Im Hintergrund beständig Hufgetrappel. "Ich bin viele." sagte das Tier/Ich. 

Es war wild, ungezähmt, und hatte eine Lieblingsbeschäftigung: Laufen, Bewegung. Aber auch Ausruhen. Es fühlte sich groß, stark und sicher, weil es immer in eine Gruppe eingebunden war.

Ich verbinde die Rune spontan mit Feuer und Energie bzw. dem Wurzel-Chakra. In manchen meiner Runenbücher wird sie mit Wasser in Verbindung gebracht, was ich gar nicht nachvollziehen konnte.

Dienstag, 10. Februar 2015

Meine Runensets

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich dazu durchgerungen hatte, meine eigenen Runensets herzustellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon angefangen, mich mit Runen zu beschäftigen und hatte mich auch schon mit diversen Büchern und Deutungsanleitungen herumgeschlagen. Erst als der Funke dadurch übersprang, dass ich mich von der Rune Hagalaz förmlich gerufen fühlte, gab es kein Zurück mehr. Ich merkte, dass ich mir sowohl die Bedeutung der Runen für mich selbst erarbeiten müssen würde und dass ich wirklich in Kontakt mit ihnen treten wollte. Also fertigte ich meine zwei Runensets an.

Mein erstes Runenset

Dieses Set besteht aus Wildschweinfußknochen. Als ich vor der Frage stand, welches Grundmaterial ich nehmen wollte, war der erste Impuls: Knochen. Zum einen verbinde ich germanische Zauber*innen mit „Knöchelchen werfen“, seitdem ich das erste Mal von dieser Methode der Divination gelesen habe. Zum anderen habe ich eine ausgeprägte Faszination für Knochen und Schädel, was mein Spitzname ja schon verrät. Wildschweine hingegen haben einen Bezug zu Freyja, die ich sehr gerne mag und die die erste Gottheit des germanischen „Götterhimmels“ war, zu der ich Kontakt hatte und Bezug aufbauen konnte. Da es sich als sehr schwierig herausstellte, aus meinen im Wald gesammelten Knochen und Schädelteilen ein Set zu machen, habe ich mir die Fußknochen schließlich gekauft.

Nachdem ich die Knöchelchen mit einer Salbeiräucherung gereinigt hatte, habe ich die einzelnen Runen eingeritzt und sie später noch mal mit einem Edding nachgezogen. Richtig geweiht und aufgeladen wurden sie dann ein paar Tage später. Zu diesem Zweck vermischte ich Mens-Blut, Spucke und Asche mit etwas Wasser, um das dann – nach einem Trancetanz - über die Runen sprenkeln zu können. Ich wollte, dass die Runen durch meine Körpersäfte mit mir eine Verbindung eingehen – außerdem sollen unsere Ahninnen ebenso mit Blut, Spucke und Asche Zauber gewirkt haben. In dem schwarzen Samtbeutel haben die Knöchelchen viel Platz und klackern aneinander – genauso hatte ich mir das Set vorgestellt.

Mein zweites Runenset

Dieses Set habe ich mehrere Monate später angefertigt. Es ist aus Eibenholz, von einem Baum hinter dem Elternhaus meiner Holden, den wir um einen Ast gebeten hatten. Es war mir klar, dass das Holz von Eiben wirklich hart ist, aber ebenso wie das Material Knochen bei dem ersten Set feststand, so wusste ich, dass es unbedingt dieses Holz sein musste. Wir haben dann tagelang abwechselnd gesägt und poliert, bis wir endlich genug in etwa gleich große Scheiben hatten. Die Runen wurden dann von mir mit Bleistift aufgemalt und danach mit der Lupe eingebrannt. Das war zwar aufwändig, aber ich fand es schön, so die Elemente Feuer, Luft (aufsteigender Rauch) und Erde (Holz) miteinander zu verbinden. Eine Weihe brauchte ich diesmal keine, das Einbrennen und Rumschnitzen war anstrengend genug - deshalb hatte ich auch den Eindruck, dass sie allein durch diese mehrtägige Anstrengung mit mir verbunden sind. Besonders freut es mich, dass das Set ein gemeinsames Projekt mit meiner Holden war, die sich seither auch mehr für Runen interessiert.